Archiv der Kategorie: Revierinformation

Dreiländerbrücke Huningue-Weil, Brückenfest 01.07.2017 ab 17:00h

Die Dreiländerbrücke , Rkm 170,5 hatte an diesem Ort bereits einige Vorgänger. Sie wurde für Fussgänger und Velofahrer vor 10 Jahren eröffnet. 75’000 Menschen kamen 2007 zur Einweihung.  Die Bogenbrücke wird wegen ihrer Funktion und Schönheit allseitig geschätzt. Sie verbindet nicht nur die Partnerstädte sondern ist Schnittpunkt mehrerer Europäischer Radwanderwege. Nach amtlicher Zählung nutzen 1 Million Personen im Jahr das elegante Bauwerk. Grund genug ihr Bestehen in Huningue und Weil mit einem 2-tägigen Brückenfest von Samstag 1. Juli 2017, 17:00h bis Sonntag 2. Juli 17:00h zu feiern. Programmflyer.

Trotz regnerischem Wetter sah man nur fröhliche Gesichter.

Bericht Führung Wasserkraftwerk Kembs 02.06.2017

Wasserkraft ist eine der ältesten Energiequellen der Menschheit. Durch sie wird Sonnenenergie, die den Wasserkreislauf antreibt, konzentriert an Gefällestufen der Gewässer genutzt. EdF führt auf Anmeldung jährlich 1500 Besucher in Gruppen durch die Kraftwerksanlagen Kembs. Auf Initiative des Table Ronde, Arbeitsgruppe der Städtepartnerschaft Huningue – Weil, nahmen am 2. Juni 2017, 10:00h – 12:00h 25 Personen aus F, D, und der CH teil.

EdF legt Wert auf Sicherheit. Die Identität der Besucher wird überprüft. Besuchervelos dürfen im Werksgelände parken. Weisse Schutzhelme, gelbe Warnweste und Funkkopfhörer sind obligatorisch. Besucher sind damit auf dem Werksgelände erkennbar und erreichbar. Das private Fotografieren und Filmen im Kraftwerk ist nicht gestattet. Die freundliche Führung machte für uns Gruppenaufnahmen.

EDF public relations Mulhouse betreute charmant die deutschsprachige Gruppe (15), die Einblick in Geschichte, Technik, Organisation, Ökologie und ökonomische Bedeutung der Anlagen für die Region erhielt. Das, was von der Infrastruktur auf der Führung nicht sichtbar ist, wurde an farbigen Schautafeln und Plänen im Dialog mit den Besuchern ausführlich erklärt. Das leckere Mittagsessen auf Teilnehmerkosten im Chalet Rhin & Decouverte hat viel Freude bereitet.

Der Regioboot Verein dankt für die Initiative und Vorbereitung sowie für die professionelle Führung. Eine Besichtigung des 8.4 MW Dotierkraftwerkes beim Stauwehr Märkt hat der Table Ronde für 2018 geplant.

Planung und Bau der Staustufe Kembs mit Kraftwerk, Schleusen, Wehr und Kanal wurden in zeitgenössischen Fachpublikationen ausführlich dokumentiert; ebenso die pro-contra Argumente alternativer Projekte. Dank der ETH-Bibliothek Zürich ist es heute leicht auf viele Periodika, insbesondere die Schweizerische Bauzeitung 1883-1978 und das Bulletin technique de la Suisse romande 1900-1978 lückenlos online zurückzugreifen und somit die Entstehung dieser grossen Anlage über einen Zeitraum von 40 Jahren quasi am Puls der Zeit nochmals mitzuerleben. Die Hefte sind im Bericht mit Link gelistet.

Isch d‘ Rhy in Basel no öffentlich?

Die Schweizerischen Rheinhäfen behandeln Teile des Rheins privatwirtschaftlich. Die Konditionen werden zum Schutz der Privatsphäre für geheim erklärt.

Historisch waren im römischem Recht Flüsse res extra commercium; im französischen Code civil von 1804 eine domaine public. Bei der Teilung der Kantonsgüter BS/BL haben bedeutende Pandektisten im Basler Schanzenstreit (Schiedsspruch 1833, Prozess 1859/1862) die vielbeachtete Kontroverse ausgetragen, ob sich öffentliche Sachen im zivilrechtlichen Eigentum des Staates befinden (Dernburg, Rüttimann) und somit verkehrsfähig sind oder ob der Staat nur hoheitliche Befugnisse hat (Keller/Jhering) – letztere haben diese Auffassung für BS erfolgreich vertreten. Die Rechtslehre hat bei öffentlichen Sachen inzwischen eine dualistische Konstruktion der Theorie des modifizierten Privatrechts entwickelt.

Der Rhein in Basel Stadt ist Eigentum des Kantons; für eine internationale Wasserstrasse ist der öffentliche Status naheliegend. In §3 Rheinhafen-Vertrag BS/BL 2007 wurde ein 50m Rheinstreifen von der Dreirosenbrücke rheinabwärts bis zur Landesgrenze auf 2300m Länge (Plan) auf Kleinbasler Seite dem Hafenareal zugeordnet. Die 11,5 ha Wasserfläche dient gebührenpflichtig der Hotelschifffahrt als Anlegestelle und wegen Nachtfahrverbot durch die Innenstadt der Grossschifffahrt als Wartezone. In diesem Streifen werden auf Basis von Mietverträgen seit mehr als 20 Jahren die Kleinschiffhäfen Basels mit eigener Infrastruktur privat betrieben.

Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) haben als öffentlich rechtliche Anstalt hoheitliche und fiskalische Aufgaben; dazu gehört in Monopolstellung die flächenoptimierte Bewirtschaftung des Hafenareals unter Beachtung der Raum- und Zonenordnung. Der Regierungsrat BS stellt in Synopse zum Entwurf der Verordnung zum NöRG vom 15. Juni 2016 fest, dass es im SRH-Perimeter Privat- und Allmendflächen gibt.

Auf Privatareal können Private autonom entscheiden, ob, mit wem und unter welchen Konditionen sie sich binden. Vertragsfreiheit impliziert Freiheit zur Diskriminierung in legitimer Willkür. Diese Freiheit kommt jedermann im gleichen rechtlichen Mass zu. Deren Ausübung erfolgt jedoch unter den Bedingungen einer ungleichen gesellschaftlichen Realität, so dass die gleiche rechtliche Freiheit sich in ungleiche soziale Macht verwandeln kann. Vertragsfreiheit in freier Marktwirtschaft ist nützlich wenn damit Anreize geschaffen werden das Leistungsniveau gegenüber der Konkurrenz zu verbessern; sie wirkt kontraproduktiv, wenn marktabschliessend kein Druck entsteht sich messen zu müssen.

Im öffentlichen Raum besteht keine Vertragsfreiheit. Kanton BS kann als Sachherr die Nutzung seines Eigentums durch Widmung, Bedingungen und Konzession einseitig definieren. Für bedeutende Wasserstrassen wie dem Rhein bedarf es keiner schriftlichen Widmung. Quellen deuten darauf hin, dass unabhängig von der Behördenzuständigkeit die gesamte Wasserfläche des Rheins als öffentlicher Raum zu behandeln ist und Hoheitsrechte sowie Bewirtschaftung der SRH daran nichts ändern. Wie vor 150 Jahren ist Privatareal von der Allmend zu unterscheiden. Deshalb ist das Statement aus der SRH Verfügung vom 27.03.2017 bemerkenswert:

Im marktwirtschaftlichen Bereich ist Stillschweigen über Vertragskonditionen grundlegend für die Verhandlungsposition. Diese würde mit der Offenlegung von Vertragsinhalten deutlich geschwächt. Da die SRH die Bewirtschaftung im Auftrag und im Interesse der Vertragskantone betreiben, ist das Vermeiden einer Schwächung der Verhandlungsposition als überwiegendes öffentliches Interesse nach §27 Abs.2 lit d IDG BL zu qualifizieren, weshalb die SRH den Zugang zu den gewünschten Daten verweigern können.

Da der 50m-Streifen zum städtebaulichen Entwicklungsgebiet Klybeck – Kleinhüningen parallel verläuft, ist wegen seiner Ausstrahlungskraft die bestehende und zukünftige Verwertung dieses kantonalen Grundeigentums für Akteure und Betroffene von erheblichen wirtschaftlichem und sozialen Interesse. Transparenz dient der Orientierung, dem Verständnis und der Entwicklung.

Plädoyer für Public Value der Basler Kleinschiffhäfen

2005 veröffentlichte das Städtebau Institut der Universität Stuttgart in Waterfront Basel 9 Studentenentwürfe, die nahezu alle in der Auseinandersetzung mit der Einzigartigkeit dieses Ortes das Synergiepotential eines Kleinschiffhafens für die Stadtentwicklung im Bereich der Westquai Insel / Hafenbecken1 erkannten.
Mit dieser Erkenntnis blieben sie nicht allein; in nachfolgenden städtebaulichen Visualisierungen wurden Kleinschiffhäfen am heutigen Ort, im Hafenbecken 1 oder am Rheinpark Weil ausgewiesen. Alle diese Entwürfe eröffneten Chancen, weckten Erwartungen und Befürchtungen; sie wurden auf Grund ihres Potentials kontrovers diskutiert und lösten heftige Reaktionen aus.

Im Legislaturplan 2013-2017 (S.27) des Regierungsrates BS wird das von der ETH Zürich 1998 entwickelte Konzept einer 2000-Watt-Gesellschaft als Leitmotiv genannt. Der Individualverkehr soll gegenüber 2010 um 10% reduziert werden. Ist unter dem ökologisch-energetischen Aspekt die individuelle Kleinschifffahrt politisch in BS noch erwünscht? Wenn ja, welche Art Kleinschiffhafen sollte sich Basel dann imagewirksam gönnen?

Kleinschiffhäfen sind Teil eines komplexen Wirkungsgefüges. Zwischen Kleinschiffhafen und nachbarlicher Stadtentwicklung besteht sowohl wirtschaftlich als auch ideel/sozial erhebliches Synergiepotential in der Wertschöpfung für Akteure. Dauermieter wählen den Liegeplatz nach Effizienz. Die Mehrheit ist nicht gewerblich, sondern hedonistisch-ästhetisch orientiert und im Rheinrevier an keine Grenzen gebunden. Ist der Liegeplatz zu aufwendig, resultiert Migration oder Verzicht. Auswahlkriterium sind: Lageschönheit, Verfügbarkeit, Kosten, Leistung, Kultur, Anfahrtsaufwand. Der Mietzins in der EU-Nachbarschaft ist ein Kriterium für CH-Konkurrenzfähigkeit. Kann ein Hafen im Ergebnis das Ziel der Akteure oder der Nutzer nicht erreichen, ist er für sie nicht effektiv; er kann Public Value fördern, erhalten oder zerstören.

Kommunales, kommerzielles und vereinsgeführtes Engagement unterscheidet sich durch unterschiedliche Motivation, die sich auf Qualität und Akzeptanz des Angebotes auswirken. Die Mehrheit der Kleinschiffhäfen am Rhein und seiner Peripherie ist gemeinnützig organisiert; sie bieten strukturell mehr als nur die kommerzielle Liegeplatzvermietung vergleichbar einem Parkhaus Stellplatz; sie fördern die Jugend, Kameradschaft und setzen sich für die Umwelt ein (vgl. Blaue Flagge Auszeichnung in D); sie haben eine hohe Leistungsfähigkeit durch persönliches Engagement ungeachtet der gesellschaftlichen Stellung und erreichen damit Anerkennung und eine günstige Kostenstruktur. Unter diesen Voraussetzungen können Netzwerke wie „Freundschaft auf dem Wasser“ entstehen.

Das Dreiländereck hat Symbol- und Anziehungskraft. Erscheinung Infrastruktur, Umfeld, Service, Gastfreundschaft prägt die Visitenkarte. Gesellschaftlich integrierte Kleinschiffhäfen sind auch ein Beitrag zum Wassertourismus. Gastliegeplätze sind betrieblich ineffizient, ideell jedoch sehr effektiv. Boote transportieren Werthaltungen ihrer Besatzung und ihres Heimathafens; sie sind imagewirksame Botschafter dieser Kultur.

3Land ist ein Raumkonzept mit Entwicklungsalternativen. Die Plandurchsicht und Stichwortrecherche zum Thema Kleinschiffhafen ist auf Grund des Planungsmassstabes in der veröffentlichten LIN Dokumentation zur 3Land Entwicklung nahezu ergebnislos. Im 3Land Modell 2014 sind diese Infrastrukturen nur angedeutet.

Ab Sommer 2017 sollen die Ergebnisse der Testplanungen in einen städtebaulichen Entwicklungsplan Klybeck + Kleinhüningen überführt werden. Zweckmässig wäre wenn sich das interdisziplinäre wissenschaftliche IBA Basel Team in gebündelter Fachkompetenz hierzu öffentlich oder im Dialog mit Interessierten äussern könnte.

02.06.2017 10:00h Führung Wasserkraftwerk Kembs

Die Arbeitsgemeinschaft „Table Ronde“ der Städtepartnerschaft Hunigue/Weil organisiert eine kostenlose Führung durch Wasserkraftwerk Kembs (Baubeginn 1928, Inbetriebnahme 1932). Anschliessend Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen. Wir danken dem Table Ronde und der EDF für die Teilnahmemöglichkeit mit Anmeldung ganz herzlich.

Bericht 02.06.2017

Einladung Picknick am Stauwehr Märkt, Samstag 24.09.2016

Einladung Picknick Märkt 2016_3

Der gepflegte Picknickplatz am Stauwehr Märkt, Rhein km 173.9 RU ist mit rustikalen Holztischen, Bänken und Feuerstelle ausgestattet. Es ist eines der Schmuckstücke im Regiogrüngürtel. Für die Sauberkeit stellt die Gemeinde an jedem Picknicktisch Müllsäcke bereit. Erreichbar mit Auto auf der Alten Strasse, mit dem Fahrrad oder zu Fuss auf dem Rheinuferweg. Anlegemöglichkeit mit Boot beim Weiler Yachtclub 800m rheinaufwärts, Rhein km 173.1 RU.

Bericht 3-Land Mai-Tour

Wer das Dreiländereck CH, F, D mit dem Boot besucht und einen Liegeplatz gefunden hat sollte sich die Zeit nehmen diesen Erlebnisraum aus der Veloperspektive zu erkunden und zu geniessen. Die befestigten Wege in Gewässernähe sind ohne spürbare Steigungen mit einem gewöhnlichen Tourenvelo stressfrei für Jung und Alt befahrbar. Die Gegend ist velofreundlich; ein Velo zu mieten kein Problem. Hier kreuzen sich die EuroVelo Routen 5, 6, 15 von aktuell 15 Routen mit einer Gesamtlänge von 70‘000km.
Am 23. April 2016 wurde der Elsässerrheinweg, die lang ersehnte Verbindung zwischen dem St. Johanns Rheinpark Basel und Huningue eröffnet; er bildet ein winziges aber prächtiges gemeinsames Teilstück der Routen 5, 6, 15 zwischen Hüninger Kanal und Dreiländerbrücke und ist Teil eines lokalen Dreyland-Dichterweges.

Die von uns gewählte knapp 30km lange Rundtour ist ganz gemütlich in 2h reiner Fahrzeit zu schaffen. Welchen Weg man vom Elsässerrheinweg ab Huningue zum Wasserkraftwerk Kembs einschlägt ist egal, jeder ist reizvoll.
Variante 1. EuroVelo 6+15 entlang dem Huninger Kanal bei Rosenau das Naturschutzgebiet Petite Camarque berührend,
Variante 2. bis Camping Le Petit Port, entlang Etang de Quakery (Seerosen) zum Piste du Rhin (temporär geschlossen) in Village Neuf, dann auf der Dammkrone LU Grand Canal d’Alsace.
Variante 3. wie 2, ab Piste du Rhin parallel zum Grand Canal d’Alsace auf feinstem Split zwischen Baumreihe und Damm einsam den Bach entlang (Fischreiher).

Die urgemütliche Brasserie Chalet Rhin & Découverte auf der Insel zwischen Kraftwerk und Schleuse Kembs ist für die Velo Rundfahrt ein idealer Zwischenstop. Die östliche Schleuse wird gegenwärtig saniert und bietet seltene Einsicht in das trockene Schleusenbecken. Von hier geht’s 4,8km auf der Dammkrone RU (brütende Schwäne) zurück zum Stauwehr Märkt, wo ein kleines Wasserkraftwerk kurz vor der Vollendung steht. Nach der Stauwehrüberquerung gehts weiter in D auf EuroVelo 15. In der Nachmittagssonne zeigt sich nicht nur die Terrasse des Gasthauses zum Bootssteg beim Weiler Yachtclub von der besten Seite – auch die Küche ist gut. Die Buvetten RU in Kleinbasel bieten zum späten Nachmittag bei goldenem Sonnenlicht und kühlen Bier den würdigen Abschluss.

Einladung 3-Land Mai-Tour 28.05.2016

Einladung 3-Land Mai-Tour 28.05.2016

Route + Etappe  (Pausen exklusive) [km] Ufer [min]
Rheinuferweg St.Johannspark / HuningueRestaurant Piste du Rhin (Village-Neuf) 166.8 173.2 L
L
45
Restaurant Piste du Rhin –
Station d’Uperation Trois Frontieres (2010)
Kraftwerk Kembs 160MW (1928-1932) – Brasserie Le Chalet Rhin et Decouverte
173.2 174.4 179.8 179.4 L
L
L
L
45
Schleuse Kembs –
Kraftwerk K 8,4MW (2016) –
Stauwehr Märkt (1932) –
Gasthaus Bootssteg
179.3 174.2 174 173.1 R
R
R
R
45
Gasthaus Bootssteg –
Landestelle Freiluft Restaurant & Bar –
Buvette Dreirosen
173.1 169 167.7 R
R
R
45

Bericht: Picknick am Stauwehr Märkt 03.10.2015

Einladung Picknick Märkt

Der gepflegte Picknickplatz am Stauwehr Märkt, Rhein km 173.9 RU ist mit rustikalen Holztischen, Bänken und Feuerstelle ausgestattet. Es ist eines der Schmuckstücke im Regiogrüngürtel. Für die Sauberkeit stellt die Gemeinde an jedem Picknicktisch Müllsäcke bereit. Erreichbar mit Auto auf der Alten Strasse,  mit dem Fahrrad oder zu Fuss auf dem Rheinuferweg. Anlegemöglichkeit mit Boot beim Weiler Yachtclub 800m rheinaufwärts, Rhein km 173.1 RU.

Das 1928-1932 erbaute Wehr wurde 1944 von der RAF bombardiert. Seit 1995 führt ein öffentlicher Fuss- und Velo Weg über das Wehr zur Île de Rhin und entlang dem Grand Canal d’Alsace zum Kraftwerk Kembs. Auf der Insel kann man den Bau des 8,4 MW Wasserkraftwerkes mit Fischtreppe für Lachse und Forellen beobachten. Auf Höhe des alten MG Bunkers wurde bis 2013 ein Biberpass erstellt, damit vom Hochrhein Biber die Oberrhein Auen unterhalb des Wehres nach 100 Jahren Ausrottung wieder besiedeln können.

Bericht Besuch Revierzentrale und Grenzwachtboot „Basilisk“ 21.08.2015, 17:00h-19:00h

 

Zur vergnüglichen Weiterbildung bei bestem Wetter kamen 6 Personen. Michael Lyons, Abteilungsleiter der Schweizerischen Rheinhäfen, erläuterte während des Betriebes Funktion und Ausstattung der Revierzentrale. An dieser Präsentation nahm auch die Schiffsführung des Grenzwachtbootes „Basilisk“ teil.

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Das erhaltene 1. Logbuch der Revierzentrale von 1932 weist einen Schleppverband ohne Meldung und für das Vergehen eine Busse aus. Der Nächste Eintrag datiert erst aus 1933.

Der markante kleine Tower mit optimaler Rundumsicht über Hafenbecken und Rhein wurde in Kriegszeit 1943  gebaut. Als Einzelbauwerk ist er unter 46.0.12 im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung in Kategorie A gleichrangig mit dem Dreiländereck Denkmal gelistet.

Rheinabschnitte
Quelle: http://www.iksr.org/fileadmin/user_upload/Dokumente_de/Symposien_u._Workshops/Melde-_und_Informationssystem_Binnenschifffahrt.DE.pdf

Auf der Revierzentrale im Rheinabschnitt 6 zwischen Rheinfelden (Rhein-km 149.22) und Stauwehr Märkt (Rhein-km 174) werden 12‘000 Schiffsbewegungen pro Jahr mit modernster Technik Montags – Freitags von 05:00h – 21:00h, Samstag 05:00h – 13:00h überwacht, geregelt, registriert und bei Bedarf Lotsen und Vorspannboote eingeteilt. Die Daten für die Umschlagsstatistik werden hier erhoben, die Rheinwasserstände von hier aus übermittelt. Notfälle, Sperrungen und Gefahrguttransporte werden über die Revierzentrale abgewickelt. An Sonn- und Feiertagen steht ein Piketdienst bereit. Bei Hochwasser und Havarien ist die Revierzentrale 24h besetzt. Nächste Revierzentrale im Rheinabschnitt 5 zwischen dem Stauwehr Märkt und Lauterburg (Rhein-km 352.00) ist die französische Caring Gambsheim nördlich von Strassburg.

Das nautische Team besteht aus 12 Personen, allesamt Inhaber des Schiffsführerpatentes für die Grossschifffahrt Davon braucht es im Rheinabschnitt 6 übrigens 2. Das eine gilt für die internationale Wasserstrasse bis zur Mittleren Brücke, das andere für den schiffbaren Hochrhein bis Rheinfelden. Jeweils 5 Personen werden in eine Früh- und Spätschicht eingeteilt.

Rheinpegel:  Die hydrologischen Daten der Pegel Rheinhalle gegenüber der Birs-Mündung, Klingenthalfähre und Hafen laufen hier auf einem Pegel-Server zusammen und werden auf der Website der Schweizerischen Rheinhäfen zeitnah veröffentlicht. Der Pegel Rheinhalle ist der wichtigste in Basel, er wird im Tower auf einem Wanddisplay angezeigt und zusammen mit dem Pegel Klingenthal ans BAFU und dem ELWIS gemeldet. Die Pegelwerte dienen nicht nur der Schifffahrt sondern sind bei Hochwasser für den Umwelt- und Katastrophenschutz relevant. Vor dem Tower wird der Pegel Rheinhalle im Grossformat für die Schifffahrt angezeigt.

Der Binnen Vessel Traffic Service (VTS) nach den RIS Richtlinien der ZKR besteht technisch im Wesentlichen aus Radarüberwachung, Videoüberwachungsanlage, UKW-Funk, dem Automatic Identification System (AIS). Fähren und Kleinboote ohne AIS sind im VTS mit Radar-Overlay sichtbar.

Seit 14.04.2012 werden in Basel mit dem Kompaktsystem inVTSbox ng auf 4 hochauflösenden Monitoren die Schiffbewegungen im Rheinabschnitt 6 auf elektronischen Binnenschifffahrtskarten (Inland ENCs) im ECDIS-Standard in Echtzeit dargestellt. Merkblatt Inland ECDIS

Radar:  Radar ist das wichtigste Hilfsmittel der Binnenschifffahrt für die taktische Verkehrsinformation. Schiffsbewegungen mit einer Mindestgeschwindigkeit 4km/h sowie Einschränkungen in der Stadt können mit einem hochauflösenden Fluss Radargerät JFS 364C überwacht  werden. Grundsätzlich müssen Skipper aber wissen: Kleinboote bieten ein schwaches Radarecho, das leicht zu übersehen ist; deshalb müssen sie bei Tag und Nacht regelmässig auch nach hinten schauen.

Automatisches Identifikation System Schifffahrt
AIS ist seit 2000 ein standardisiertes Verfahren zum automatischen Austausch von nautischen Daten zwischen Schiffen sowie zwischen Schiffen und Einrichtungen an Land. Die Schiffe sind dazu mit Transpondern ausgestattet. Die Tansponderdaten werden über Satelliten (weltweit) oder mit UKW (Inland AIS) ausgetauscht. Merkblatt Inland AIS

Die Verknüpfung von Transponderdaten der Schiffe (AIS)  oder der Flugzeuge (ADS-B) mit Karten wird zur Überwachung des Schiffs- und Flugverkehr eingesetzt. Eine Vorstellung davon gewinnt man auf Websites, welche die Mashup Technologie nutzen:


http://www.marinetraffic.com/de/
http://www.fleetmon.com/de/ports/Basel_17865
http://shipfinder.co/
http://Flightradar24.com
zeigt weltweit Real-Time den Flugverkehr über uns

Landgestützte CCTV-Kameras zur Überwachung des Rheinabschnitts.
Als „Adlerauge“ können mit hochauflösenden dreh- und zoombaren Kameras Schiffsbewegungen in Echtzeit auf einem Grossbildschirm mit Splitscreen in 4 Überwachsbereichen gleichzeitig beobachtet und aufgezeichnet werden.

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Das Melde- +Informationssystem Binnenschifffahrt  erstreckt sich auf dem Rhein von Rheinfelden bis Rotterdam. Die Revierzentralen erfassen darin die Transportdaten der Schiffe bei Fahrtantritt und aktualisieren die Daten unterwegs. Bei Havarien geben die Revierzentralen die Daten an die Rettungsdienste und die für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen weiter. Dadurch können diese schnell handeln und dem Schutz der Besatzungen, der Bevölkerung und der Umwelt dienen. Folgende Daten werden erfasst: Schiffsname, Schiffsgattung, Fahrtrichtung (zu Berg, zu Tal), Standort, Be- und Entladehafen, Anzahl Personen an Bord, Fracht(Stoffname, Stoffmenge) und bei Gefahrgütern: UN-Nummer, Klasse und Ziffer. Meldepflichtig sind Tanker, Schiffe mit > 20 Container, Hotelschiffe, besonders grosse Schiffe und Verbände. Seit 2002 ist die Revierzentrale Basel angeschlossen.
Merkblatt Elektronische Meldungen in der Binnenschifffahrt

UKW-Funk mit Schiffen:  Die Revierzentrale Basel nutzt 5 Kanäle; sie hat mit 2 Antennen – eine steht auf dem Dach der Berufsfeuerwehr – die stärkste Sendeleistung und kann sich gegenüber allen übrigen Funkteilnehmern durchsetzen. Der 10 stellige Automatic Transmitter Identification System (ATIS)-Code der Schiffsfunkstelle wird nach jeder Sendung mit Landeskennung und codiertem Rufzeichen ausgestrahlt und der Revierzentrale zur Identifikation angezeigt. ATIS ist ein durch die Regionale Vereinbarung über den Binnenschifffahrtsfunk in vielen europäischen Ländern vorgeschriebener Bestandteil von Binnenschiffsfunkstellen. Zur Beweissicherung z.B. bei Havarien wird der Funkverkehr generell aufgezeichnet.
Kanal 18:    Nautischer Informationsfunk (INF)
Kanal 10:    Funk zwischen Schiffen
Kanal 22:    Schleuse Birsfelden
Kanal 14 + 11:   Reserve
Handbuch Binnenschifffahrtsfunk 2018/1. S.49

Notruf: Alarmierende nutzen die Notrufnummern.
112 Notruf, funktioniert international auch mit PIN-geschütztem Mobiltelefon,
117 Polizei,
118 Feuerwehr,
144 Rettungswagen.
Alles weitere veranlasst die Revierzentrale mit Polycom Sicherheitsnetz Funk der Schweiz. Es ermöglicht den Funkkontakt zwischen den verschiedenen Organisationen Grenzwacht, Polizei, Feuerwehr, sanitätsdienstliches Rettungswesen, Zivilschutz und unterstützende Verbände der Armee.

Notstromversorgung: Die Revierzentrale verfügt über eine redundante Funkanlage. Stromausfälle < 30min können durch eine batteriegespeiste unterbrechungslose Stromversorgung (USV) überbrückt werden. Längere Ausfälle kann der Schiffsgenerator des Bilgenentöler-/Ölwehrboot BIBO REGIO problemlos bis zu 14 Tagen überbrücken.

Einfahrt Hafengebiet für Kleinboote:
Die Berufsschifffahrt im Hafengebiet hat Vorrang. Alle Schiffsbewegungen im Hafen müssen zur Sicherheit der Revierzentrale gemeldet werden. Die Bewilligung der Revierzentrale ist immer abzuwarten. Die Kommunikation wird in der Regel über Funk UKW-Kanal 18 abgewickelt. Optisch wird die Einfahrt zum Hafen wie bei den Schleusen mit Lichtsignalen gesteuert. Da Funk und Mobiltelefone auf Kleinbooten nicht vorgeschrieben sind, besteht ein Kommunikationsproblem. Die Revierzentrale kann wegen der nötigen Sicherheit die Zufahrt ohne Kommunikation nicht erlauben. Im Hafenbecken 1 kann zur Kanisterbetankung bei der AVIA Tankstelle der „fuhle Ecke“, das Restaurant „Rostiger Anker“ sowie die Werkstatt Nautic-Solutions erst angefahren werden, wenn Boote ohne Funk sich bei der Revierzentrale mit Tel.: +41 (61) 639 95 30 anmelden und hierfür eine Bewilligung erhalten.

Präsentation + Ausfahrt Grenzwachtboot „Basilisk“ Fw. Rungger, stv. Postenchef/Teamchef, Chef Grenzwachtboot erläuterte:
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Das Grenzwachtkorps (GWK) ist der bewaffnete und uniformierte Verband der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) und gehört zum Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD). Es ist das grösste nationale, zivile Sicherheitsorgan der Schweiz mit ca. 1950 Personalbestand. Auch wenn das Korps blaue Hemden trägt, ist es nicht mit der Polizei zu verwechseln. Das Grenzwachtkorps ist operativ in 7 Grenzwachtregionen unterteilt. Basel gehört zu Region I (Kantone BS, BL, SO, AG, BE, LU, OW, NW). Die römischen Ziffern auf der Schulterklappe signalisieren die Regionszugehörigkeit. Die 38 Grenzwachtposten (Gzw Po) der Grenzwachtregionen bilden die taktische Ebene. Geführt werden sie von Postenchefs (Pch). Es gibt bundesweit 4 Einsatzzentralen. Die Einsatzzentrale GWK Nord in Basel führt mehrere Grenzwachtposten. Das Grenzwachtschiff „Basilisk“ gehört zum Grenzwachtposten Basel Nord, und trägt als Bundesschiff im Gegensatz zu „Attila“ keine BS Kontrollnummer.

Wer als Skipper zoll- und MWST pflichtige Waren mit dem Boot einführt, muss am Anleger vor der Revierzentrale festmachen und an der Zollstation Kleinhünigen die Waren deklarieren. Ist kein Beamter da, so ist ein Formular auszufüllen und in den Briefkasten vor Ort zu legen. Der Deklarierende erhält die Rechnung per Post. Im Ausland ausgeführte Bootsreparaturen > Fr. 300 sind ebenfalls zu verzollen.

Das Grenzwachtboot „Basilisk“ wurde 2001 in der Westschweiz aus robustem Polyester gebaut und kürzlich generalüberholt; dabei hat es grenzwachteinheitlich den blau/gelben Signalanstrich erhalten. 2 x 170PS VOLVO Penta Diesel-Motoren mit 2x 200l Tank bieten 60km/h Topspeed.

Das Boot verfügt über ein hochauflösendes Fluss Radargerät JFS 364C – das gleiche System wie auf der Revierzentrale, ein Lowrance HDS 8 Echolot/Fischfinder/GPS Kartenplotter, Infrarot-Nachtgläser, 3 verschiedene Funksysteme. Für die Erste Hilfe ist „Basilisk“ mit Suchscheinwerfer, Rettungsringe, Defibrillator und vieles andere mehr ausgestattet.

Das Highlight der Präsentation war natürlich nicht der Vortag allein, sondern die Einladung zu einer Schnupperfahrt mit dem „Basilisk“ bei schönstem Wetter bis zur Mittleren Brücke.

Obligatorisch erhielt jeder hierzu eine topmoderne Schwimmweste. Korporal Wyss steuerte und Fw. Rungger informierte während der Fahrt auf dem Vorschiff über die vielfältigen Aufgaben des Grenzwachtbootes. Als originäre Aufgabe dient der „Basilisk“ nicht nur der Bekämpfung des Schmuggels er ist auch Teil der Rheinrettung. Der Bock aus Stahlrohr auf dem Vorschiff wird zur Besteigung hoher Bordwände benötigt. An einem Frachtschiff wurde das Anlegemanöver simuliert.

Bei der Havarie des Baggerschiffes „Merlin“ hätte der Bock auch zum Abbergen von Passagieren gedient. Im Sommer erfordert das Rheinschwimmerspektakel erhöhte Aufmerksamkeit. Der Sport hat sich in Basel zur touristisch beachteten Kultszene entwickelt. Zur Sicherheit haben sich die bunten Wickelfisch-Kleidersäcke bewährt; sie sind keine Schwimmhilfe bieten aber bei Schwäche Auftrieb. Die blauen Bojen auf Kleinbasler Seite grenzen den Schwimmbereich ab. Schwimmen durch die Fahrrinne ist gefährlich, Grossschiffe sind schnell und können Schwimmern nicht ausweichen. Im Durchschnitt fallen pro Jahr 12 personenbezogene Notfälle im Revier an; nicht alle enden glücklich.

Das Rettungsdispositiv bietet sehr schnelle Interventionszeiten. Feuerwehrschiff „Christophorus“ übernimmt bei grösseren Notfällen das Kommando über die „Blaulichtorganisationen“ und koordiniert den Einsatz von Grenzwachtboot „Basilisk“, der Rheinpolizeiboote „Basilea II und „El Viento , dem baugleichen Feuerwehrboot „Helvetia“ sowie das Schifffahrtspolizeiboot „Attila“. Krankenwagen warten dann auf der nächstgelegenen Rheinbrücke. Ja nach Situation wirken auch die Notfalldienste aus D und F mit.

Das Bootshaus mit 2 Plätzen ist mit Dieseltankstelle, Laufkatze zum Anheben und Werkzeug zur Wartung der Boote ausgestattet. „Basilisk“ und das 2002 in Betrieb genommenen Schifffahrtspolizeiboot „Attila“, zuständig für die Grossschifffahrt (> 20m Länge), sind hier komfortabel zu Hause.

Nach diesen vorzüglichen Präsentationen verlegte die kleine Besucherschar gegen 19:00h zu Fuss in das China Restaurant Rheinpark Weil und genoss auf der Gartenterrasse in warmer Sommernacht das appetitliche Buffet.

谢 谢

Besichtigung Revierzentrale & Grenzwachtboot „Basilisk“ 21.08.15 17:00h

Info Besuch Revierzentrale

Der Verein hat Interesse an der Schaffung und dem Erhalt guter persönlicher Kontakte zu den Behörden; insbesondere zu den Diensten auf dem Rhein zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses.

Der Besuch dient der Information über Organisation, Aufgaben, Ausstattung, Leistung. Kommunikation und  vieles mehr – z.B. Verhalten Sportbootfahrer im Vorhafen (Tankstop Fuhle Egge).

Der generalüberholte „Basilisk“ im neuen Farbenkleid ist mit Top Speed 60km/h so schnell wie nie zuvor und hat technisch und funktional viel zu bieten; so ist er auch Teil der Rheinrettung.

Wir haben im Rahmen der Vorführung die Möglichkeit den Behörden Fragen zu stellen und uns weiterzubilden. Regioboot stellt zur Vorbereitung bis 17.08. den Fragenkatalog zusammen. Auf Grund der Raumverhältnisse kann eine Führung mit max 10 Personen durchgeführt werden; sie dauert ca. 20min. Bei mehr als 10 Besuchern finden 2 Führungen statt.

Fragenkatalog 21.08.2015 revidiert

Aus organisatorischen Gründen ist der von uns geplante Grillabend vor Ort nicht realisierbar. Wir haben deshalb umdisponiert und gehen anschiessend in das China Restaurant Rheinpark Weil.

Fussweg

Meldet Euch bis spätestens 17.08. bei Katharina 079 215 78 71 per Tel/SMS oder auf info@regioboot.ch an und kommt bitte pünktlich. Anfahrt am besten mit dem Tram 8. Parkplätze sind vor Ort nicht vorhanden. Gratis ist das Parkhaus Rheincenter/D.

Bericht