Archiv der Kategorie: Weiterbildung

Wissenschafts-Apéro MGU am 18.11.2019

Schon fast eine Tradition ist der Wissenschaftsapéro zum Thema «Schwarzmeergrundeln in der Schweiz», der seit 2015 jeden Herbst vom Programm Mensch-Gesellschaft-Umwelt der Universität Basel ausgerichtet wird. Die Forschungsgruppe um Professorin Patricia Holm stellt dabei den neuesten Stand der Ausbreitung der eingeschleppten Fische vor, sowie Ergebnisse aus den wissenschaftlichen Projekten des Teams. Schwarzmeergrundeln sind unter den häufigsten invasiven Fischarten in mitteleuropäischen Gewässern. Sie stehen mit heimischen Fischarten in Konkurrenz um Nahrung und Lebensraum und fressen deren Eier und Jungtiere. Zum ersten Mal in der Schweiz wurden im Jahr 2011 im Industriehafen Kleinhüningen in Basel. Dort vermehrten sie sich rasant und breiteten sich seitdem immer weiter rheinaufwärts aus. Die Basler Forschungsgruppe beobachtet die Entwicklung der Ausgangspopulation im Hafen und erforscht die verschiedenen Ausbreitungsmechanismen mit dem Ziel, die Besiedlung der Restschweiz zu verhindern. Dabei kooperiert sie mit relevanten Akteuren aus dem Kreis der Gewässernutzer – so auch Bootsclubs wie dem Regioboot Verein.

Inhaltlicher Teil: Gestartet wurde mit der Präsentation der Fangzahlen aus dem jährlichen Hafenmonitoring in Kleinhüningen. Nachdem im letzten Jahr erstaunlich wenige Grundeln gefangen wurden, fanden sich im August 2019 wieder über 200 Grundeln in den Reusen. Von einem nachhaltigen Populationsrückgang kann also keine Rede sein! Dafür gab es keine allzu schlechten Neuigkeiten von der Ausbreitungsfront rheinaufwärts. Nachdem 2018 das als schwerwiegendes Hindernis geltende Kraftwerk Stein-Säckingen von Grundeln überkommen worden war, gab es im Laufe des Jahres 2019 keine weitere dramatische Erweiterung der Ausbreitung.

Da die Fischtreppen der Wasserkraftwerke im Rhein kritische Engpässe bei der Ausbreitung der Schwarzmeergrundeln darstellen, beschäftigt sich ein Teil des Forschungsteams mit der Möglichkeit einer sogenannten Grundelsperre. Idealerweise würde eine solche Sperre die schwimmschwachen Grundeln vom Aufstieg abhalten, während alle heimischen Fischarten die Treppe nutzen könnten. Die Schwierigkeit liegt hierbei darin, dass heimische Arten wie die Groppe oder der Gründling sehr ähnlich zur Grundel sind. Die Forschungsarbeit, die in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie stattfindet, beschäftigt sich also mit den Unterschieden im Schwimmverhalten und dem Strömungwiderstand der drei Fischarten. Die Wissenschaftler testeten den Prototyp einer Grundelsperre, bestehend aus einer glatten Metallrampe, die die Strömungsgeschwindigkeit im Fischpass erhöht. Generell lässt sich sagen, dass es gewisse Unterschiede gibt. Der Gründling ist eindeutig der stärkste Schwimmer. Leider scheint es mit dieser Methode jedoch nicht möglich zu sein, Groppen passieren zu lassen, aber nicht Grundeln. Für die Praxis bedeutet dies, dass sich die Verantwortlichen möglicherweise entscheiden müssen, ob die Priorität ist, alle Grundeln (und damit auch Groppen) aufzuhalten, oder der Groppe (und damit auch einigen Grundeln) den Aufstieg durch Fischtreppen zu ermöglichen. Später an diesem Abend wurde die Frage dieser Priorisierung auch dem Publikum gestellt, die sie mithilfe einer Online-App anonym beantworten durften. Das anwesende Publikum schwankte mehrheitlich zwischen zwei der gegebenen Optionen: 16 Teilnehmer waren dafür, die Wanderung für Grundeln komplett zu stoppen (und dabei auch für Groppen), 14 waren dafür, die Wanderung für alle Arten zu ermöglichen.

Neben der aktiven Ausbreitung der Grundeln gibt es auch andere Möglichkeiten, wie sie sich verbreiten können. So können sie unbeabsichtigt durch Frachtschiffe oder Sportboote verschleppt werden. Grundellaich kann an Bootsrümpfen haften und so transportiert werden, oder Grundeln und ihre Larven können in Wasserüberständen verschleppt werden.  Fotos und Videos von Grundeln an Bootsrümpfen belegen, dass die bodenlebenden Fische durchaus auch Bootsrümpfe besuchen. Zur Möglichkeit von Grundeln in Wasserüberständen fand 2019 ein sogenanntes Citizen Science Projekt statt – also ein Forschungsprojekt mit Beteiligung von Freiwilligen aus dem ausser-universitären Bereich. Zur grossen Freude der Wissenschaftler beteiligten sich viele regionale Bootsvereine und Bootsbesitzer und halfen mit, Wasserproben aus Motoren zu sammeln. In diesen Proben wurden zwar bisher keine Grundellarven gefunden, allerdings traten andere invasive Arten auf (z.B: die schädliche Wandermuschel).

Der letzte untersuchte Mechanismus der Grundelverbreitung wurde von Philipp Hirsch bearbeitet: Angler und Aquarianer, die Grundeln fangen und an anderen Orten wieder aussetzen. So gibt es trotz politischem Verbot in Infternetforen Angebote, Grundeln für wenig Geld zu kaufen. Mit einer Umfrage fand der Forscher heraus, dass ca. 20% der Befragten sowohl Angler, als auch Aquarianer sind und mehr als 60% schon einmal lebende Fische weitergegeben haben. Obwohl viele dieser Fische sicherlich heimisch waren und auf legale Weise gehandhabt wurden, zeigt diese Umfrage, wie hoch das Potential für die Verschleppung von invasiven Arten durch unwissende oder unachtsame Akteure sein kann.

Am Ende der Präsentation folgte eine Diskussion mit den Anwesenden, bei der interessante Fragen und Anekdoten aufkamen, die teils im Plenum beantwortet werden konnten, teils mit in den informellen Teil des Abends mitgenommen wurden. So gab es beim Apéro in gemütlicher Atmosphäre genug zu erzählen, besprechen, planen und auszutauschen zwischen den Wissenschaftlern und den Teilnehmern des Abends. Die freundschaftlichen Verbindungen von Akteuren im Grundel-Kontext wurden damit auch fürs nächste Jahr wieder gefestigt.

Auch dieses Jahr waren wieder Mitglieder des Regioboot Vereins anwesend und verfolgten mit Interesse und Engagement den Fortschritt der Projekte. Besonderes Interesse entwickelte der Verein durch vergangene und andauernde Kollaborationen und mit der Forschungsgruppe, die sogar zum Vereinseintritt der Doktorandin Karen Bussmann geführt haben. Es stehen daher auch weiterhin interessante neue Projekte im Bootskontext an – bis zum nächsten Apéro 2020!

Dialog Veranstaltung Stadtteilrichtplan Klybeck-Kleinhüningen 25.11.2019

Das Stadtplanungsamt führte zum Informationsanlass Stadtteilrichtplan Klybeck- Kleinhüningen 06. November 2019 im Quartier Uferstrasse 90 zusätzlich eine Dialogveranstaltung mit ca. 25 geladenen Teilnehmern am 25.November 2019 im Stadtplanungsamt, Dufourstrasse durch. Der Regioboot Vorstand nahm teil.

Das Planungsteam orientierte in mehreren Kurzvorträgen mit Grafikpräsentation  und ausgelegten Broschüren  über den Stand der Entwicklung. Der Regierungsrat beantragt laut Medienmeldung vom 06.11.2019 dem Grossen Rat 5,8 Millionen Franken für die umfangreiche Erarbeitung und Mitwirkung am Stadtteilrichtplan zu den Quartieren Kleinhüningen und Klybeck. Als Grundlage für die weitere Planung nimmt der Regierungsrat ein städtebauliches Konzept für den Klybeckquai und den Westquai zur Kenntnis.

Bis zur Fertigstellung des Planes würde noch einige Zeit vergehen. Vorgesehen sei die Bevölkerung in den Prozess einzubinden.

Nach Berichterstattung konnten die Teilnehmer Fragen stellen.
Unter anderem wurden seitens der Fragesteller auch die Existenz und Zukunft der Kleinschiffhäfen thematisiert. Das Nischenthema wurde seitens der Stadtplanung zur Kenntnis genommen.

Im Anschluss wurde den Teilnehmern eine Apéro riche offeriert.
Stadtplaner und Gäste konnten sich ungezwungen austauschen.
Von hafenaffinen Teilnehmern wurde am Modell u.a. angesprochen:

  • allfällige Verlagerung Kleinschiffhafen
  • nötige Naturschutz Ausgleichsflächen für Terminal Nord
  • Gefahrengutransporte Bahn
  • Hafenbahn Gleisverlauf mit notwendigen Durchfahrtprofilen
  • nautische Manövrierbarkeit im Hafenbecken II und III
  • Hafenbahnbrücken über Hafenbecken II
  • Gleisquerung Ostquai zum Anschluss Gleise Hafenbecken I

Vertreter der Stadtplanung versicherten, dass in detaillierten Studien der Machbarkeitsnachweis zweifelsfrei erbracht sei.

Alle Teilnehmer trugen sich in eine zirkulierende Präsenzliste für den Protokollversand seitens Stadtplanungsamt ein. Auf Anfrage voraussichtliche Zustellung an Teilnehmer Ende 2/2020.
Der Regioboot Verein dankt dem Stadtplanungsamt für Einladung, Information und Weiterbildung.

Austausch zur Zukunft der Freizeithäfen auf Allmend

Auf Anregung der Aktionäre und Geschäftsleitung der Marina „Regioport AG“ wird nachfolgend zu diesen Anlässen um einen Austausch bezüglich der Hafen- und Stadtentwicklung und Stadteilrichtplan Klybeck/Kleinhüningen im Februar 2020 gebeten. Ziel ist im Austausch die gegenseitigen Visionen zu den Freizeithäfen kennen zu lernen. Der Regioboot Verein begrüsst die Initiative.

2019.06.05 Mitwirkungsbegehren Stadteilrichtplan Klybeck-Kleinhüningen
2020.01.31 Austausch Wasserallmend und Freizeithäfen
2020.02.02 Positionspapier Regioboot zum Austausch Wasserallmend und Kleinschiffhäfen

Bericht mgu Wissenschafts Apéro Uni Basel 18.11.2019

    Einladung 18.11.2019, mgu Universität Basel

Teilnehmer:  65 am Thema interessierte Personen aus Behörden, Verbänden, Vereinen inkl. Grundelteam.  Regioboot war mit 4 Personen am mgu Wissenschaftsapéro 2019 – darunter 1 Mitglied des Grundelteams – vertreten.

Heutiges Programm
18.11.2019, mgu Universität Basel

Das Grundel Team der Uni Basel berichtete unter Leitung von Prof. Dr.  Patricia Holm 2019 wie 2018 mit zahlreichen Grafiken und Videos über den Forschungsstand bei invasiven Schwarzmeer Grundeln.  Die  hier ausgewählten Hörsaal Screenshots stellen nur einen Bruchteil dar.

Kantonale Fangstatistik Schwarzmeergrundeln 2012-2018
18.11.2019, mgu Universität Basel

Die Grundel Fangstatistik ging in Basel seit Peak 2016 zurück. Ursache und Nachhaltigkeit der Tendenz sind ungesichert.

Versuche in der Fliesrinne am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
18.11.2019, mgu Universität Basel

2019 wurden vergleichende Untersuchungen zur Schwimmfähigkeit und Kraftmessung im Strömungskanal des KIT mit diversen Geschwindigkeiten und Fischarten weitergeführt.

Birs Blockrampen am Unterlauf - Drohnenbild des Untersuchungsgebietes
18.11.2019, mgu Universität Basel

Blockrampen im Unterlauf der Birs sind für Grundeln ein Hindernis, dessen Wirkung bei  Hochwasserüberflutung an den untersten Rampen aufgehoben ist.

Der in 2019 vorgesehen Feldversuch mit spezifischer künstlicher Grundelhürde in einem von Grundeln besiedelten Gewässerabschnitt steht aus.

Mitmachprojekt - Blinde Passagiere in meinem Boot
18.11.2019, mgu Universität Basel

„Blinde Passagiere in meinem Boot?“ hat Aufmerksamkeit und Beteiligung im Mitmach-Projekt bewirkt.
Neben untersuchten Verbreitungswegen ist die Verschleppung von Fischeiern durch Wasservögel wissenschaftlich nicht belegt.
Die Entwicklung von Fischpopulationen in abgeschlossenen Gewässers lässt diesen Verbreitungsweg für möglich erscheinen.

Ergebnisse persönlicher Massnahmenentscheid zur Verhinderung der Grundelverbreitung
18.11.2019, mgu Universität Basel

Die Teilnehmer hatten Gelegenheit in einer Mini Interaktion anonym mit Smartphone abzustimmen, für welche Massnahmen sie sich zur Verhinderung der Grundelausbreitung entscheiden würden.

Nach Berichterstattung und Hörsaal-Diskussion tauschten sich die Teilnehmer bei einem genüsslichen Apéro riche zwanglos aus.

Der Regioboot Verein dankt dem Grundel Team für die Einladung und die vortreffliche Weiterbildung.

Bericht Picknick am Stauwehr Märkt 05.10.2019

Ablauf

Dank speditiver Helfer klappten Transport und Aufbau schneller als geplant, sodass der Apéro um 13:30 starten konnte. Bei bester Laune war die Plauderei so intensiv, dass der Vortrag zur Technik und Geschichte des Stauwehrs mit Hinweis auf die bereitstehende Dokumentation zur Freude der Zuhörer abgekürzt wurde und nur ein kurzes Intermezzo darstellte. So ging der lustige Smalltalk auch beim Essen munter weiter. Die Gemeinschaft aus ursprünglich 5 Ländern hatte offensichtlich ihren Spass… Getränke und Essen fanden guten Zuspruch. Die Zeit verging wie im Flug. 18:00 Uhr erschien allen für Aufbruch viel zu früh.  Katharina holte die Schnapsbecher hervor und die Flasche Altes Pflümli  aus dem Schwarzwald wurde leergemacht. Mit letztem „Absacker“ im Stehen war der Platz 18:50 vor Sonnenuntergang geräumt und das Material 19:20 rechtzeitig vor Einbruch der Nacht wieder in der Rheinländerstrasse verstaut.

Die verbliebenen 7 Teilnehmer + Hund wollten danach noch keinen Schlussstrich ziehen.  So gab’s als  Supplement zum Picknick noch einen Spontaneinkauf für improvisiertes gemeinsames Abendessen: Spaghetti arrabiata mit viel Knoblauch und Würste. 22:15 brachte Nikola die Crew mit dem Minibus nach Hause.

Wir danken allen Teilnehmern für die Stimmung, die sie erzeugten und schlagen der GV 2020 vor, das Picknick am Stauwehr Märkt ins Programm zu nehmen.

Wetter

14-Tage Wetterprognose 22°C, sonnig änderte zu tatsächlich 13-14°C,  13:00 – 15:00 böig, 15:00 – 18:00 windstill, bedeckt mit kleinem Regenschauer.

Mitwirkende

Vorbereitung:  Katharina, Joachim
Transport
: Christoph stellte für Transport von Zelt, Tischgarnituren, Gas-Kochern und Verpflegung einen Minibus mit Fahrer Nikola bereit.  Katharina.  Helfer: Catherin, Katharina, Göran, Christoph, Nikola. Teilnehmer: 11 Personen + 1 Hund; 7 Mitglieder, 4 Gäste, darunter 2 von Table Ronde – einer Institution der Städtepartnerschaft Weil-Huningue.

Ort

Der von der Gemeinde Weil gepflegte parkähnlichen Picknickplatz am Stauwehr Märkt, Rhein km 173.9 RU ist mit rustikalen Holztischen, Bänken und Feuerstellen ausgestattet. Für die Sauberkeit stehen  Müllbehälter bereit. Das Schmuckstück im Regiogrüngürtel am Südrand des 904ha Naturschutzgebietes Petite Camarque Alsacienne wird gern und viel genutzt. Anfahrt auf der Alten Strasse. Anlegemöglichkeit mit Boot beim Weiler Yachtclub 800m rheinaufwärts, Rhein km 173.1 RU.

Umfeld

Seit 1995 führt ein öffentlicher Fuss- und Velo Weg über das Wehr zur Île de Rhin und entlang dem Grand Canal d’Alsace zur usine hydroélectrique de Kembs. Auf der Insel ist seit 2016 das 8,4 MW Dotierkraftwerk Centrale K mit Fischtreppe in Betrieb. 2013 wurde auf Höhe des WWII Bunkers Märkt ein Biberpass erstellt, damit vom Hochrhein Biber die Oberrhein Auen unterhalb des Wehres nach 100 Jahren Ausrottung wieder besiedeln können.  Das 1928-1932 erbaute Wehr wurde am 07.10.1944 von der RAF bombardiert und mit CH Hilfe 1946 schnellstmöglich wieder aufgebaut. Die zum 75. Jahrestag des Luftangriffs am Bunker montierte neue Gedenktafel erinnert an das Kriegsverbrechen der Ermordung vier gefangengenommener Flieger.

 

Einladung Grill am Stauwehr Märkt Sa. 5. Okt. 2019 14-18Uhr

Einladung zum Grill Stauwehr Märkt 05.10.2019
zum Download Flyer anklicken

Mitglieder & Gäste sind herzlich willkommen!
Vortrag Technik & Geschichte Stauwehr Märkt.

Cava-Apéro & Snacks, Kürbissuppe, Schweinefilet, Pouletbrust, Bratwurst, Special Nudelsalat, Reis, Nero d’Avola Merlot Sicilia, Bier, Orangensaft, Mineral, Kaffee & Kuchen.
Unkostenbeitrag Fr. 15/Person. Wir disponieren Einkäufe und Vorbereitung nach Anmeldung. Der Unkostenbeitrag nimmt Bezug auf Anmeldung und nicht auf Teilnahme.

Der Picknickplatz Rkm 173.9 RU hat rustikale Holztische & Bänke. Ein Schmuckstück im Regiogrüngürtel.

Anmeldung bitte bis 1.Oktober 21 Uhr auf Mobil / WhatsApp +41 79 842 93 22 oder info@regioboot.ch

Blinde Passagiere in meinem Boot? Ein Mitmach-Projekt der Uni Basel

Das Institut mgu der Universität Basel erforscht in den Sommermonaten 2019 die Ausbreitungsmöglichkeit invasiver Grundeln als „blinde Passagiere“ im Kühlwasser von Bootsmotoren.
Für eine aussagekräftige Felduntersuchung  ist die Mitwirkung möglichst vieler Kleinschiffskipper erwünscht.  Anleitung zur Probenentnahme  und Hilfsmittel stehen zur Verfügung. Schaffen wir es, bis September 150 Proben zu sammeln?

Hintergrund:

Im  Rhein und anderen Flüssen treiben seit einigen Jahren Fische ihr Unwesen, die dort nicht heimisch sind. Die Schwarzmundgrundel ist die häufigste Art dieser neuen Ankömmlinge. Sie stammt aus dem Schwarzen Meer und wurde mit Hilfe von Frachtschiffen hierher
gebracht. Die Grundel vermehrt sich stark wo immer sie auftaucht und verursacht damit als Konkurrent und Räuber einheimischer Fische Probleme im Ökosystem.

Frisch geschlüpfte Grundeln lassen sich an der Wasseroberfläche treiben. Werden die winzigen Fische dort in das Kühlwassersystem von Bootsmotoren eingesaugt und reisen so als blinde Passagiere in neue Gewässer?

Mit Ihrer Hilfe können wir herausfinden, ob die  Grundeln sich wirklich in Bootsmotoren aufhalten können. Mit einfachen Maßnahmen können wir  dann zusammen verhindern, dass die Grundeln so auch in bisher unbesiedelte Gewässer gelangen. Die heimischen Arten werden es Ihnen danken!

Teilnahmekontakt: karen.bussmann@unibas.ch, +41 61 207 04 21
mehr Information:  https://mgu.unibas.ch

Infoflyer Grundellarven in Motoren

Anleitung für Teilnehmer-Aussenbord

Anleitung für Teilnehmer_Z mit Filter

Teilnehmerdatenbogen

Bericht Uni Basel mgu Grundelteam Wissenschafts apéro 28.11.2018

Am 28.11.2018 berichte das mgu Grundelteam der Uni Basel unter Leitung von Prof. Patricia Holm über den Forschungsstand bei invasiven Schwarzmeergrundeln, deren Ausbreitung durch die Vernetzung der Grossschifffahrtswege begünstigt wurde und nun rheinaufwärts in die Innerschweizer Gewässer verhindert werden soll.

Programm

Die explosionsartige Vermehrung der gefrässigen Grundeln hatte im Berichtszeitraum 2012-2018 im Jahr 2016 im Rheinhafen Basel Kleinhünigen ihren Peak. 2017 war der Grundelfang etwas und 2018 deutlich rückläufig. Die Zählstatistik über wenige Jahre ist für einen verlässlichen Trend zu kurz.

Grundelfang

Bei einigen Tieren wurden Hautläsionen festgestellt. Unklar ist ob dies Symptom einer populationsdezimierenden Krankheit ist.

Karen Bussman: Überleben Grundeleier

Grundeleier können 48h im Trockenen überleben. Boote müssen deshalb gereinigt und ausreichend lange vor Einwässerung in Fremdgewässer getrocknet werden. 9 Sportboote – darunter die „Syra“ – wurden in 2018 auf Grundeleier  untersucht. An keinem Boot wurde Eibesatz festgestellt, stattdessen andere Neozoen wie Flohkrebs und Zebramuschel. 2019 sollen weitere Boote untersucht werden. Die Erkenntnisse sind in einem überarbeiteten Merkblatt für Bootsbesitzer eingeflossen.

Im Strömungskanal wurde festgestellt, dass Grundeln, die keine Fischblase haben, schlechte bodennahe Schwimmer sind. Fliessgeschwindigkeit und spezifische mechanische Barrieren könnten eine selektive Hürde bilden. Die Anpassungsfähigkeit an schwierige Bedingungen darf nicht unterschätzt werden. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Wasser und Gewässerentwicklung (IWG) des Karlsruhe Institut of Technology (KIT) werden im Labor in einer nachgebauten Fischtreppe grundelspezifische Sperren erprobt. 2019 soll die Sperre in einem Feldversuch in bereits grundelbesiedelten Gewässerabschnitten getestet werden.

Philipp Hirsch: Grundelsperre

Die nötige Durchgängigkeit für diadrome Fische wie Aal und Lachs auf ihrer Wanderung zur Vollendung ihres Lebenszyklus ist ein noch ungelöster Zielkonflikt. Die im Gewässerschutzgesetz verankerte Fischgängigkeit hat höheren Stellenwert.

Einerseits wurde mit DNA-basierten Tests der Mageninhalte nachgewiesen, dass Grundeln Laich und Larven einheimischer Fische wie Nasen und Barben fressen, andererseits ist bekannt, dass die weitgehend parasitenfreien Grundeln für Kormorane, Zander und Hecht leichte Beute sind und deren Population je nach Beuteangebot ebenfalls stark zunehmen kann.

Institutionen, Verbände und Behörden haben eine Grundelstrategie und operative Massnahmen mit dem Ziel eines Ausbreitungsstops entwickelt.

Die 64 Teilnehmer – darunter 5 Regioböötler – konnten ihre persönliche Lageeinschätzung zum Schluss der Vorträge dem Forschungsteam auf einem anonymen Feedback-Kärtchen mitteilen und beim Apéro weiterdiskutieren.

Bericht Besichtigung EDF Centrale K 22.08.2018

Die Veranstaltung ist eine Ergänzung der Besichtigungen des Kraftwerks Kembs & Schleusen 20.06.2017 und der renaturierten Rheininsel 10.09.2017. Die organisatorische Vorbereitung begann 13.03.2018 mit Kontaktaufnahme zu dpih-upest-visites-hydro@edf.fr, Terminabstimmung sowie Ankündigung 29.05.2018.

21 Personen aus A, CH, D und F meldeten sich zur Besichtigung an, 13 nahmen an der Führung und 16 an Apéro & Barbecue auf dem von der Stadt Weil sehr gepflegten Picknickplatz am Stauwehr teil.

12:30h-14:00h: Anfahrt mit 2 Autos, Zeltaufbau mit 3 Personen

14:00h-16:00h: Mme Marie Petit, EDF, bietet 13 Personen Einblick in Geschichte, Technik, Organisation, Ökologie und ökonomische Bedeutung der Anlagen.

Die Führung im Aussenraum bei > 40°C (Meteo Basel 34°C) auf dem schattenlosen Betriebsgelände und in Nähe der Wärme abstrahlenden Betonkonstruktion wird in vorgeschriebener Kleiderordnung mit obligatorischer Sicherheitsausstattung zur körperlichen Herausforderung. Bei sengender Hitze denkt mancher beim Blick auf die sprudelnde Fischtreppe an ein erfrischendes Bad im kühlen Wasser. Die von Mme Marie Petit mitgebrachten 2 Mineralwasserflaschen und Becher finden dankbare Abnehmer.

Das nahezu wartungsfreie Laufwasserkraftwerk Centrale K wird zusammen mit allen Wasserkraftwerken am Oberrhein durch 46 Mitarbeiter, davon 6 in Kembs für den 24h Schleusenbetrieb, ferngesteuert.

Erklärt wird der Verlauf der 7m3/s Wasserspeisung für „le petit-Rhin“ auf der Rheininsel, die 2 Fischpässe mit Lockstrom für den Fischaufstieg vom le petit-Rhin sowie vom Restrhein, den Fischabstieg, die Einlaufrechen mit 20mm Abstand zum Schutz der Fische und Turbinen, die automatische Rechenreinigungsmaschine mit Greifer für Treibholz und Harke für kleineres Treibgut.

K steht als multiple Initiale für Rene Köchlin, Initiator und Projektverfasser des Canal d‘Alsace, das deutsche Wort Kraft sowie Kembs; für die Abzweigung zum Restrhein und dem 05.06.2015 eingeweihten renaturierten Fluss auf der Rheininsel.

Der helle Innenraum des Gebäudes ist kühl und wirkt nahezu leer. Auf Eingangsniveau kann man wie auf einer Brücke den Raum durchqueren. Ca. 5m tiefer sind mit Platten die 2 horizontalliegenden Kaplan S-Turbinen abgedeckt. Unter der Decke ist auf Wandkonsolen und Schienen eine Kranbrücke mit 30t Tragkraft installiert. Zwischen den Turbinenschächten liegt ein Treppenhaus. Die Turbinen- und Generatorentechnik erschliesst sich dem Besucher nur durch Studium der aufgehängten Schnitte und Grundrisse in einem Nebenraum.

16:00h-17:00h: Apéro, alle sind nach der Führung durstig.

17:00h-20:00h: Barbecue mit Schweinefilet & Hähnchenbrust, Kartoffel- & Nudelsalat.

20:05h-20:08h: plötzlich starke Windböen. Das Zelt muss zur Rettung an allen 6 Stützen gehalten und gemeinsam zusammengefaltet werden. Das Picknick findet für alle eindrücklich in 3 Minuten ein abruptes Ende.

20:15h-21:30h Ausklang mit 7 Personen im Gasthaus zum Stauwehr.

Der Regioboot Verein dankt der EDF, Justine Peduzzi für die Organisation, Madame Marie Petit für die professionelle Führung, allen Teilnehmern für die gute Stimmung, die sie erzeugten sowie Thérèse und Hans-Jürgen für die im Gasthaus zum Stauwehr gespendeten Getränke ganz herzlich.

EDF Führung Centrale K 22.08.2018

Einladung zur EDF Führung Centrale K 22.08.2018, Rkm 174.1, © Luftbild EDF

Im Juni 2017 hatten wir Gelegenheit teilzunehmen an einer Führung durch das 160 MW Wasserkraftwerk Kembs.
Mittwoch 22. August 2018, 14:00h – 16:00h bietet uns die EDF eine kostenlose Führung  in deutscher Sprache durch das 2016 in Betrieb genommene 8.4 MW Dotierkraftwerk Centrale K beim Stauwehr Märkt.

Das kleine Kraftwerk und die weiträumigen Renaturierungsmassnahmen auf der Rheininsel sind in Folge erneuerter F und CH Konzessionen für das grosse Kembser Wasserkraftwerk entstanden, die eine Aufwertung des gesamten Ökosystems Restrhein bewirken sollen.

Die Teilnehmeranzahl ist auf 30 Personen begrenzt.
Treffpunkt Stauwehr Märkt (französische Seite).
Am Stauwehr ist auf deutscher Seite ein Parkplatz vorhanden.

Anmeldeformalitäten Kraftwerksbesuch EDF

Die EDF fordert von den Teilnehmern eine Anmeldung mit folgenden Daten: Nachname, Vorname, Beruf, Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Wohnort. Deine Anmeldung bitte bis 2. August 2018 an info@regioboot.ch oder Mobil +41 79 842 93 22. Am Besichtigungstag 22. August werden die Ausweise geprüft. Ohne Ausweis ist die Teilnahme ausgeschlossen.
Kleiderordnung: Geschlossene flache Schuhe, Oberteile mit langen Ärmeln und Hosen. Die Mittnahme von Handys, Rucksäcke und Handtasche ist während der Besichtigung nicht gestattet.

Apéro & Barbecue

Der Verein bietet den Teilnehmern im Anschluss der Führung einen Apéro und Barbecue auf dem Märkter Picknickplatz am Stauwehr.
Für Mitglieder und EDF Führung gratis. Unkostenbeitrag für Nichtmitglieder: CHF 15. Für entsprechende Vorbereitung ist auch hierfür eine Anmeldung erforderlich.

Uni Basel MGU Pilotprojekt Bootsreinigung

Schwarzmeergrundeln sind im Rhein auf dem Vormarsch. Die invasiven Tiere bedrohen durch aggressives Fressverhalten und Vermehrung die heimische Gewässerfauna. Landesfremde Arten sollen sich nicht ausbreiten. Die Universität Basel erforscht Entwicklung und Lösungswege im Kontakt mit der Kleinschifffahrt.  mgu und Amt für Umwelt und Energie bieten die kostenlose Reinigung des Bootsrumpfes an.