Bericht 3Land Velo Tour 1. Mai 2017

Wer das Dreiländereck CH, F, D mit dem Boot besucht und einen Liegeplatz gefunden hat sollte sich die Zeit nehmen diesen Erlebnisraum aus der Veloperspektive zu erkunden und zu geniessen. Die befestigten Wege in Gewässernähe sind ohne spürbare Steigungen mit einem gewöhnlichen Tourenvelo stressfrei für Jung und Alt befahrbar. Die regio basiliensis ist velofreundlich. Hier kreuzen sich die EuroVelo Routen 5, 6, 15 von aktuell 15 Routen mit einer Gesamtlänge von 70‘000km. Hervorragende Informationen für Velotouren bietet das Projekt „2 Ufer, 3 Brücken, tausend Dinge zu entdecken.“

Am 23. April 2016 wurde der Elsässerrheinweg, die lang ersehnte Verbindung zwischen dem St. Johanns Rheinpark Basel und Huningue eröffnet; er bildet ein winziges aber prächtiges gemeinsames Teilstück der Routen 5, 6, 15 zwischen Canal de Huningue und Dreiländerbrücke und ist Teil eines lokalen Dreyland-Dichterweges.

Die von uns gewählte 36km Rundtour ist gemütlich in 2.5h reiner Fahrzeit zu schaffen. Der Weg entlang dem 1806 – 1828 gebauten Canal de Huningue besteht aus feinstem Split; er veranschaulicht unser Sonnensystem 1:1  Milliarde als Planetenweg mit Sonne bei der Wildwasseranlage in Huningue und Pluto bei Rosenau.  Der historische Kanal ist seit 1962 nur noch zwischen Niffer und dem Yachthafen Kembs schiffbar. In Hüningen wurde aus dem Kanal ein Wildwasserpark. Die Teilabschnitte zwischen den stillgelegten Schleusen sind mit Padelbooten befahrbar. Der Treidelweg entlang dem Kanal bildet ein gemeinsames Teilstück der EuroVelo Routen 6+15 und durchquert zwischen den Schleusen Neuweg und Rosenau das Naturschutzgebiet Petite Camarque.   Zahlreiche Vogelarten sind dort anzutreffen. Im Mai brüten Schwäne ganz ohne Scheu am Wegesrand.

Das Schleusenhaus bei Schleuse Neuweg wurde zwischen September 2009 und Juni 2010 saniert. Es dient als Informationzentrum mit Seminar- und Ausstellungsbereich und Eingangstor zur Petite Camarque. Der Eintritt ist frei. Im Vorgarten an der Schleuse unter Bäumen befindet sich ein schöner Picknickplatz.

An Stelle der ehemaligen Untertore der Schleusen Neuweg und Rosenau, die wie in Kembs mit einer Zugbrücke ausgestattet waren, sind innovative Mini Wasserkraftwerke zu entdecken. Die 2009 erstellten kompakten Konstruktionen sind unauffällig in den historischen Kanal integriert. Der Durchmesser der schrägliegenden Turbinen ist unter dem Wasser erkennbar. Die langsam drehenden VLH Turbinen mit Kaplan Laufrad haben laut Hersteller eine fischfreundliche Durchgängigkeit vom Ober- zum Unterwasser und erzeugen mit hohem hydraulischen Wirkungsgrad 2.4GWh/a Strom im Wert von € 240’000 bei einer Gesamtinvestition von € 1 Million.

Unser Ziel war das Restaurant La Péniche am idyllischen Sportbootshafen Kembs, der seit 1986 das nördliche Hafenbecken nutzt.  Die Anlage ist über die einzige noch erhaltene Kanalklappbrücke erreichbar ist, GPS 7°30’26“ E / 47°41’10.6″N.  Im südliche Hafenbecken haben Wasservögel ihr Zuhause. Von dort ging’s zurück zur Usine Hydroélectrique de Kembs. Das Holzhaus Brasserie Chalet Rhin & Découverte auf der Insel zwischen Kraftwerk und den Schleusen Kembs hat eine schöne Terrasse und ist für die Velo Rundfahrten ein guter Zwischenstop. Wer mit dem E-Velo fährt kann dort während einer Erfrischungspause „auftanken“.

Nach der Stauwehrüberquerung bot uns das Restaurant am Stauwehr in Märkt bei kühlem regnerischen Wetter eine warme Gaststube, gutes Essen und herzlichen Service.  Am Gasthaus führen gebündelt internationale und überregionale Velowege vorbei:  Euro15 und Rheintalweg, Südschwarzwaldweg, Oberrhein-Kaiserstuhlweg, Kleiner 3Landradweg, Markgräfler Radwanderweg. Gegen 17:00h ging‘s durch den Weiler Hafen über die Dreiländerbrücke zum Rheinpark St. Johann zurück.

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